| Status | ![]() |
| Beginn | Mi., 15.07.2026, 09:00 - 14:00 Uhr |
| Dauer | 1 Termin |
| Kursgebühr | 10,00 EUR mit Akademie-Pass |
| Kursleitung |
Joachim Gerhard
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| Anmeldung | persönlich, telefonisch, per E-Mail oder Online |
Verstrickt. Kolonialismus und Mannheim
Das Kokosfett „Palmin“, der Namensgeber der Diffenébrücke, Teilsammlungen der Reiss-Engelhorn-Museen, der Stifter Carl Reiß selbst und seine Schwester Anna … Was sollen diese Mannheimer Erfindung, die Mannheimer Einrichtungen und Persönlichkeiten mit deutschen Kolonien zu tun haben? Mehr als Mannheims geographische Lage fern jeder Küste vermuten lässt!
Mannheimer waren in deutschen Kolonien im Militär und der Kolonialverwaltung aktiv. Geistliche aus Mannheim missionierten in den Kolonien. Im Berliner Reichstag, aber auch zuhause im Wahlkreis stritten Mannheimer Politiker*innen um Politik, Verwaltung und Gewalt in den deutschen Kolonien. Mannheimer Firmen profitierten vom Umsatz kolonialer Güter und Rohstoffe. So mancher Wohlstand der Bürgerschaft ruhte zumindest teilweise auf Handel mit Kolonien. Mannheimer Museen und Privatleute sammelten Artefakte aus kolonialisierten Gebieten, teilweise handelte es sich um Raubkunst. Unsere heutige globalisierte Wirtschafts- und Konsumwelt gründet auf Strukturen, die in der Zeit des Kolonialismus entstanden sind. Auch leben bis heute stereotype Denkweisen fort, die aus der Zeit des Kolonialismus stammen. Schon diese Auswahl an Themen zeigt, wie verstrickt auch die Stadt an Rhein und Neckar mit Kolonien in Afrika und Asien war.
Die neue, vom Team des MARCHIVUM erarbeitete Sonderausstellung geht solchen Verstrickungen nach. Die Sonderausstellung vor Ort, die um eine Webausstellung ergänzt wird, präsentiert erste Forschungsergebnisse der letzten Jahre schlaglichtartig auf anschauliche Weise. Die Ausstellung verdeutlicht, wie sehr die Mannheimer Stadtgesellschaft mit dem Kolonialismus verwoben war, wie der Kolonialismus und seine weltwirtschaftlichen Auswüchse auch die Entwicklung der Stadt beeinflusst haben. Und sie stellt den Besuchenden Fragen, wie sehr die Epoche bis heute unsere Gesellschaft prägt.
Wir werden am Mittwoch, den 15. Juli an einer Führung durch ebendiese Sonderausstellung teilnehmen und laden Sie dazu herzlich ein.
Beginn der Führung: 10:30 Uhr
Leitung:
Herr Gerhard
Treffpunkt und Abfahrtzeiten werden noch bekannt gegeben.
15.07.2026
09:00 - 14:00 Uhr
siehe Beschreibung